Vereinbarkeit bei Männern - "Switchen ist legitim"

Erhebung zum Thema Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Sorgearbeit von Männern

Zum Fragebogen

Worum geht es?

Die Fachhochschule St.Gallen verfolgt in der Vereinbarkeitsthematik von Erwerbsarbeit und Sorgearbeit[1] eine neue Perspektive. Hierbei handelt es sich um die Thematik des sogenannten „Switchens“ und den damit verbundenen „Verdeckungen“ in der Erwerbsarbeitswelt. Mit Hilfe eines Fragebogens möchten wir Formen des „Switchens“ erfassen. Dieses Impulsprojekt wird durch das Eidgenössische Büro für Gleichstellung und dem Fachbereich Soziale Arbeit finanziert.

Ein kleines Gedankenexperiment soll verständlich machen, was wir unter dem Begriff „Switchen“ verstehen: Die Grenzen zwischen Erwerbsarbeit und Sorgearbeit haben sich heute stark vermischt und die vielseitigen Aufgaben zur Vereinbarkeit werden immer komplexer: Switchen meint bspw., dass ich während der Erwerbsarbeitszeit kurz noch einen Arzttermin organisiere, zwischendurch am Arbeitscomputer schnell mal das Ferienhaus für das verlängerte Familienwochenende buche, beim Duschen auf die Lösung für ein Arbeitsproblem komme, beim Abendessen einen geschäftlichen Anruf entgegennehme usw. Ich wechsle also zwischen den Kontexten von Beruf, Familie und Freizeit ständig hin und her.

Ein zweites Gedankenexperiment soll die damit verbundenen „Verdeckungen“ verdeutlichen: Im Erwerbsbereich werden familiäre Themen gerade von Männern oft verschwiegen, weil sie dadurch berufliche Nachteile befürchten. Was denken Sie: macht es einen Unterschied, ob Sie bei Ihrer Arbeitsstelle erzählen, wie Sie am Wochenende am Engadiner Skimarathon teilgenommen haben oder berichten, wie Sie die kranke Mutter gepflegt haben? Es ist also zu vermuten, dass im beruflichen Kontext die Sorgearbeit von Männern eher versteckt wird, anstatt dass es Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Sorgearbeit gibt.

Was möchten wir bei den Männern erfragen?

Ist Switchen während der Arbeitszeit wirklich nur eine Ausnahme oder nicht vielmehr eine alltägliche Strategie von Männern um den vielen Anforderungen in der Arbeits- und Familienwelt gerecht zu werden und möglichst auch noch Zeit für die eigenen Interessen zu finden? Wie wird dieses Switchen konkret in der Berufswelt umgesetzt?

Was sind unsere Ziele?

Dieses Forschungsprojekt setzt sich für mehr Verständnis und eine bessere Vereinbarkeit der Erwerbs- und Sorgearbeit ein. Da es sich um ein Impulsprojekt handelt, wird das „Switchen“ zunächst nur aus der Arbeitsperspektive beleuchtet.

Wer ist verantwortlich für diese Erhebung?

Die Erhebung wird von der Fachhochschule St.Gallen, Fachbereich Soziale Arbeit durchgeführt. KooperationspartnerInnen der Studie sind das Kompetenzzentrum Integration und Gleichstellung Kanton St.Gallen, Amt für Gesellschaft Kanton Appenzell Ausserrhoden, Verein ForumMann St.Gallen, Fachstelle Gender und Diversity FHS St.Gallen.


Fußnoten

[1] Unter Sorgearbeit verstehen wir einerseits die Selbstfürsorge in Form von Freizeitaktivitäten, Erholung und Entspannung und/oder andererseits die Sorge um Personen in Form von Hausarbeit, Pflegetätigkeiten, Familienarbeit etc.